Vollmassiv heißt: durchgehend Holz, nicht furniert
Bei einer vollmassiven Platte besteht das Holz durch die gesamte Stärke aus Eiche – verleimt aus einzelnen Lamellen, aber ohne Trägermaterial und ohne Furnier. Der praktische Unterschied zeigt sich erst nach Jahren: Eine vollmassive Platte kannst du anschleifen und neu behandeln, eine furnierte nicht. Unsere Tische sind durchgängig vollmassiv, in 2,7 cm oder 4 cm Stärke.
Rustikal oder ruhig: das Holzbild entscheidest du
Eiche ist nicht gleich Eiche. Der größte optische Hebel ist nicht die Holzart, sondern wie viele Lamellen die Platte hat und wie viel Äste und Risse zugelassen sind. Drei Varianten gibt es bei uns:
| Ausführung | Holzbild |
|---|---|
| Mehr Lamellen, rustikal | Viele schmale Lamellen, sichtbare Äste, lebendiges Bild. Der Klassiker – und die günstigste Variante. |
| Drei Lamellen, rustikal | Nur drei breite Bohlen über die ganze Platte. Sehr ruhig und großzügig, braucht entsprechend breites Rohholz. Nur bei 4 cm Stärke. |
| Ohne Riss | Mehr Lamellen, aber Äste und Risse geschlossen. Für alle, die es gleichmäßig mögen. Nur bei 2,7 cm. |
Risse und offene Äste werden bei uns mit Epoxidharz geschlossen, plan geschliffen und mitbehandelt. Sie bleiben sichtbar – das ist gewollt und gehört zum Material. Bei den Platten mit vielen Lamellen verwenden wir dafür einen Zwei-Komponenten-Kitt. Bei den Platten aus drei breiten Bohlen vergießen wir stattdessen mit flüssigem Epoxidharz: Diese Platten neigen eher zum Schüsseln und zu Spannungsrissen, und das Vergießen wirkt dem zuverlässiger entgegen.
2,7 oder 4 cm – was bringt die Stärke?
Die Stärke ist vor allem eine optische Entscheidung. 2,7 cm wirkt leicht und modern, 4 cm massiv und ruhig. Tragfähig sind beide. Zwei Punkte hängen aber wirklich daran: Die Baumkante kommt bei 4 cm deutlich besser zur Geltung, weil mehr Kantenfläche sichtbar ist. Und drei breite Bohlen statt vieler Lamellen gibt es nur in 4 cm.
Unsere Empfehlung ist trotzdem meist die 4-cm-Platte, und bei großen Tischen bieten wir ausschließlich 4 cm an. Nicht weil 2,7 cm zu schwach wäre – sondern weil die dickere Platte an den Ecken deutlich stabiler steht.
Trocknung: 8 bis 11 Prozent Restfeuchte
Der wichtigste Qualitätsfaktor bei Massivholz ist nichts, was man sieht: die Trocknung. Wir arbeiten mit Wildeiche aus europäischen Wäldern. Das Holz wird fachmännisch luftgetrocknet und danach in der Vakuumkammer auf 8 bis 11 Prozent Restfeuchte gebracht. Das ist der Bereich, in dem sich Holz in beheizten Wohnräumen ruhig verhält. Zu feucht verbautes Holz schwindet später im Raum – dann reißt die Platte oder die Verleimung arbeitet auf. Genauso wichtig ist der Ort: Ein Massivholztisch will einen gleichmäßig temperierten Raum mit normaler Raumluftfeuchte. Ungeeignet sind ein Wintergarten und ein Kaminzimmer – dort wird die Luft beim Anheizen sehr trocken und nach dem Lüften wieder feucht. Dieser ständige Wechsel ist es, der Spannungsrisse begünstigt.
Wildeiche aus europäischen Wäldern, luftgetrocknet und in der Vakuumkammer auf 8 bis 11 % Restfeuchte gebracht, vollmassiv in 2,7 oder 4 cm. Zuschnitt, Kantenprofile und Oberfläche entstehen bei uns im Haus in Rietberg.
Massivholz und Fußbodenheizung
Das funktioniert – mit einer Einschränkung, die wir jedem Kunden sagen: Achte im Winter auf das Raumklima. Fällt die Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter 40 Prozent, gibt das Holz Feuchtigkeit ab, Fugen werden sichtbar und feine Risse können entstehen. Ein Hygrometer für ein paar Euro und im Zweifel ein Luftbefeuchter lösen das Problem, bevor es eins wird.
Geölt oder lackiert?
Beides gibt es bei uns, die Oberfläche entsteht in eigener Fertigung. Die Entscheidung hängt weniger vom Geschmack ab als davon, wie der Tisch benutzt wird.
Geölt
Das Holz bleibt offenporig und fühlt sich nach Holz an. Wir tragen das Öl im Airless-Verfahren in mehreren Arbeitsgängen auf, rund 80 Gramm pro Quadratmeter. Dadurch härtet die Oberfläche oberflächlich aus, ähnlich wie ein Lack – Wasserränder entstehen selbst nach mehreren Stunden nicht. Bei Rotwein und anderen säurehaltigen Flüssigkeiten sollte man trotzdem zügig wischen und im Zweifel eine Unterlage nehmen. Der Vorteil gegenüber Lack zeigt sich später: Eine Macke lässt sich nacharbeiten – das geht allerdings in der Werkstatt, nicht zu Hause am Esstisch.
Lackiert
Eine geschlossene Schicht auf dem Holz, unempfindlicher im Alltag und einfacher zu reinigen. Dafür lässt sich ein Kratzer nicht einzeln ausbessern – wenn, dann wird die ganze Fläche gemacht.
Unsere Faustregel im Beratungsgespräch: Familien mit kleinen Kindern und alle, die den Tisch wirklich als Arbeitsfläche nutzen, fahren mit Lack entspannter. Wer die Haptik von Holz will und kleine Spuren als Gebrauchsspuren akzeptiert, nimmt geölt.
Pflege: weniger als die meisten denken
Feucht abwischen, keine Scheuermittel, keine Mikrofasertücher mit Schleifwirkung, nichts Nässes stehen lassen – das ist der Alltag. Nachölen brauchst du nicht nach Kalender, sondern nach Zustand: Wenn die Oberfläche stumpf wirkt und Wasser nicht mehr abperlt, ist es Zeit. Durch den starken Ölauftrag dauert das in der Praxis lange – viele Tische kommen jahrelang ohne aus.
Was Massivholz darf
Eine Massivholzplatte arbeitet. Sie nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie ab, sie wird über die Jahre dunkler, und an einer Ast- oder Rissstelle kann sich etwas bewegen. Das ist kein Mangel, sondern der Unterschied zu einer Platte aus Holzwerkstoff. Wer eine über Jahrzehnte absolut gleichmäßige Fläche erwartet, ist mit Massivholz falsch beraten – das sagen wir lieber vorher als hinterher.
